Zum Artikel in der Wiener Zeitung: "Arbeitspflicht: Was macht John aus Uganda im Pflegeheim?" (vom 29.12.2025)
Wir begrüßen und freuen uns über den Schritt
Wir als gemeinnütziger Verein „Fair und Sensibel Österreich – Polizei und Afrikaner:innen“ begrüßen den Bericht über John aus Uganda im Pflegeheim Satteins als beeindruckendes Beispiel für den Erfolg der österreichischen Arbeitsmarktpolitik bei Asylwerbenden.
Unser Verein fördert seit 2000 Benachteiligte und vor allem Flüchtlinge auf dem Wege einer sinnvollen INKLUSION. So konnten wir seit 2015 mit der SOB-Ausbildungsstätte in Mistelbach und Assistenz 24 in Wien schon mehr. als 50 Asylwerber*Innen zu ihrem Traumberuf im Krankenpflege- und Sozialbereich verhelfen. Es gelang auch so manchen Jungs im Wein, Obst und Biogartenbau im Weinviertel Jobs zu verschaffen, ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein zu stärken und vor allem den ersten Schritt für Selbstständigkeit zu entwickeln.
Als gemeinnütziger und überparteilicher Verein sehen wir diesen Meilenstein als unverzichtbaren Fortschritt für ein sensibles Miteinander in Österreich. Wir wünschen die Fortsetzung solcher Initiativen, um Vorurteile abzubauen und die Inklusion voranzutreiben.
Nur ein fairer und gleichberechtigter Zugang zum Arbeitsmarkt kann das Dilemma zwischen Lohndumping und Nicht-Arbeit von Asylwerbenden lösen.
Aus der Sicht der Betroffenen
Die Erwerbstätigkeit ermöglicht Betroffenen die selbstverantwortliche Aufrechterhaltung ihrer Existenz und reduziert gesellschaftspolitische Belastungen und gegenseitige Polarisierungen erheblich.
Die Vorteile für Gesellschaft und Wirtschaft liegen auf der Hand.
Zum einen entlastet eine fair abgegoltene Entlohnung, gepaart mit sinnvollen Tätigkeiten, die Mehrkosten in der Asylpolitik und zum anderen bietet sie somit neue Beitragszahler für unser bereits stark beanspruchtes Sozialsystem.
Zudem werden besonders in Pflege- und Sozialbetreuungsberufen sowie Gastgewerbe dringend Fachkräfte benötigt. Langjährig ignorierte Ressourcen können somit endlich genutzt werden und stärken die Integrationsarbeit mit konkretem Engagement und Empowering der Asylwerber:innen.
Frauenförderung
Insbesondere sehen wir mit einer frühzeitigen Zulassung in den Arbeitsmarkt die Frauenförderung gestärkt, womit eine angestrebte finanzielle Unabhängigkeit für die Frau erreicht werden kann. Dieser Schritt bedeutet für die Betroffenen auch gleichsam einen offeneren Anschluss in die Gesellschaft und vermittelt eine sinnstiftende Daseinsberechtigung.
Gesundheitliche Faktoren und würdevolles Leben
Die sinnstiftende Beschäftigung, die John hilft, Depressionen zu bekämpfen und Struktur in seinen Alltag zu bringen, zeigt, wie fairer Zugang zum Arbeitsmarkt funktionieren kann, gleichzeitig Lohndumping vermeidet und Nicht-Arbeit überwindet.
Eine selbstverantwortliche Existenzsicherung, wie John es gerade ausübt mit seiner Tätigkeit, reduziert gesellschaftliche Belastungen und entlastet die Asylpolitik erheblich. Die Erwerbstätigkeit führt bei Betroffenen eben auch zur selbstverantwortlichen Aufrechterhaltung der Existenz und die Erlangung eines würdevollen Lebens, mit dem sich die neuen Mitglieder unserer pluralen Gesellschaft, zunächst angekommen fühlen und damit als neue Österreicher:innen!eine eine stabile Identität aufbauen.
Vorteile in Pflege und Sozialbereich
Johns Engagement im Sozialzentrum unterstreicht den Bedarf an Pflege- und Sozialfachkräften, die bisher politisch ignoriert wurden. Abgegolten mit einer fairen Entlohnung machen sinnvolle Aufgaben aus Asylwerbenden wertvolle Beitragszahler für das Sozialsystem. Modelle wie im Vorarlberg-Kodex oder Burgenland fördern Integration, solange sie Zwangsarbeit vermeiden und human bleiben.
Unser Appell als Verein
Als überparteilicher Verein feiern wir diesen Meilenstein als unverzichtbaren Fortschritt in der Integrationsarbeit, der Vorurteile abbaut und Vielfalt nutzt. Wir wünschen bundesweite Ausweitung fairer Beschäftigungsmöglichkeiten, um mehr Johns zu ermöglichen. Mit solchen Initiativen stärken wir Österreich langfristig.
Es ist unser aller Anliegen, dass die noch mit Ressentiments behaftete Mehrheitsgesellschaft erkennt, dass die gesamte Gesellschaft sehr wohl von den Leistungen aller in einem durchdachten Integrationskonzept (Inklusion) profitiert und, dass Menschen mit Migrationsbiographie keine Privilegien, sondern lediglich den Abbau von Extrahürden fordern, um hier ihre Lebensqualität verbessern zu können.
Fair und Sensibel - Polizei und Afrikaner:innen
Obmann Josef Böck
Quelle: Wiener Zeitung (vom 29.12.2025)


